Erlebnisbericht erstellt von Nicolas



Die Hallensaison 17/18 nähert sich langsam dem Ende und bietet im Februar noch die Möglichkeit der Teilnahme an Wettkämpfen auf überregionaler Ebene. Für die Norddeutsche Hallenmeisterschaft konnte ich mich auf die Distanz von 800 Metern qualifizieren und auch ein Einsatz in der 4x200m Staffel stand an.

Am Samstag reiste ich mit anderen Nordlern im PKW nach Hamburg und lernte dann auch sogleich die verglaste, gut durchlüftete Sporthalle im Norden der Hansestadt kennen, in der die Wettkämpfe stattfanden. Nach dem Anfeuern der anderen Sportler der LG Nord war es dann am Abend auch für mich selber soweit: Die 4x200m Staffel, trainiert von Nadine, machte sich daran ihre Saisonbestleistung zu unterbieten. Die Wechsel funktionierten überwiegend flüssig und auch die Endzeit von 1:34,91 war in Ordnung. Am Ende reichte es wegen der starken Konkurrenz leider doch nur für Platz 6.

Der Abend endete mit einem gemeinsamen Essen in einem Restaurant und dem Check-In im Hotel. Da es am nächsten Morgen gleich früh weiterging, lernte ich dann nur noch das Bett im Hotelzimmer näher kennen. Um 7 Uhr hieß es dann aufstehen und fertig werden für den 800 Meter Lauf. In der Saison konnte ich bisher meine Bestzeiten aus dem Sommer verbessern und in Hamburg wollte ich mit einem gut besetzten Starterfeld die Bestzeit Richtung "2 Minuten-Marke und dadrunter" verschieben. Nach einer sehr fokussierten Warm-Up Phase und mit angenehmer Hallenluft ging es dann pünktlich um 11 Uhr mit meinem Lauf los. Die ersten 50 Meter in der Kurve wurden in Bahnen gestartet, wobei ich mich gut auf der Außenseite von Bahn drei durchsetzen konnte. Auf der folgenden Gerade begann dann aber auch schon das taktische hin und her, wie es für solche Meisterschaften üblich ist. In dem Gerangel, wer nun die Führungsarbeit übernehmen soll, kam es leider dazu, dass mir ein Mitstreiter den rechten Schuh bis zur Hälfte auszog. Die Laufeigenschaften des Spikes ähnelten nun eher einem Badelatschen als einem Laufschuh und sowohl mental als auch muskulär wurden die restlichen 700 Meter zu einem ungewollt neuem Erlebnis. Lange Zeit konnte ich mich an zweiter und schließlich auch an dritter Stelle halten, obwohl ich den Rythmus nicht mehr wieder finden konnte. Das Feld lief verhältnismäßig langsame Rundenzeiten, gehemmt von den Platzkämpfen. Mir gelang es nicht mehr, Angriffe auf den Führenden erfolgreich auszuführen und landete mit einer doch eher enttäuschenden Zeit von 2:03,38 auf einem neunten Gesamtplatz. Leider konnte in diesem Wettkampf nicht das bestmögliche auf die Tartanbahn bringen.

Am Abend erreichten wir dann wieder Berlin, nach einem anstrengenden und erlebnisreichen Wochenende. Für die restliche Hallensaison hoffe ich, weiter an meinen Bestzeiten arbeiten zu können und noch mal erfolreich Finishen zu können.